Der Garten rund um sein Landhaus in Wannsee war für Max Liebermann eine wichtige Quelle malerischer Inspiration. Neben den Blumenterrassen und Gemüsebeeten griff der Künstler auch die auf dem Seegrundstück befindlichen Birken aus unterschiedlichen Blickwinkeln in seinen Gemälden auf. So entstanden 1924 mehrere Bilder mit dem Motiv der unregelmäßig auf der Uferwiese verteilt stehenden Birken. Ein Gemälde dieser Folge – „Landschaft (Wannsee)“ - gehört seit 1980 als Schenkung von Rose und Friedrich Klein zum Sammlungsbestand des Museums Wiesbaden. Es zeigt den Blick durch die Bäume auf den Wannsee, wo eine Segelregatta stattfindet. Diese wiederum wird vom Ufer aus von drei Personen (darunter in Weiß gekleidet wohl die Tochter und Enkelin des Malers) betrachtet.
Max Liebermann verkaufte das Gemälde vermutlich bereits im Januar 1925 an den Kunstsalon Paul Cassirer in Berlin, wo es wiederum von dem jüdischen Warenhausunternehmer und Kunstsammler Alfred Leonhard Tietz (1883–1941) erworben wurde. Im Mai 1925 war das Gemälde auf der vom Kölnischen Kunstverein veranstalteten Ausstellung „Malerei von etwa 1860 bis zur Gegenwart aus Kölner Privatbesitz“ ausgestellt. Im November 1933 kam es beim Kölner Kunsthaus Lempertz zur Auktion, erhielt jedoch offenbar - dem Preisbericht in der Weltkunst zufolge - keinen Zuschlag. Die weitere Provenienz, bzw. seit wann sich das Werk in der Sammlung von Rose und Friedrich Klein befunden hatte, konnte im Zuge bisheriger Recherchen noch nicht geklärt werden.
Miriam Olivia Merz